Wer zum ersten Mal vor einer grossen Auswahl an Frostfutter steht, kann leicht den Überblick verlieren.
Artemia, Mysis, Krill, Daphnien, Cyclops, Bosmiden, Mückenlarven, Tubifex, Muschelfleisch und zahlreiche Futtermischungen unterscheiden sich nicht nur im Namen.
Sie besitzen unterschiedliche Grössen, Strukturen und Nährstoffprofile. Manche eignen sich besonders für kleine Schwarmfische, andere für Diskusfische, Barsche oder Meerwasserbewohner. Einige liefern viel Eiweiss, andere strukturreiche Panzerbestandteile oder natürliche Pigmente.
Die grosse Auswahl ist deshalb kein unnötiger Luxus.
Sie ermöglicht es, die Ernährung gezielt an die gehaltenen Tiere anzupassen.
Ein Neon frisst anders als ein grosser Buntbarsch. Ein Meerwasserfisch stellt andere Ansprüche als ein Panzerwels. Jungfische benötigen feinere Partikel als ausgewachsene Tiere.
Hinzu kommt, dass selbst eine sehr hochwertige Futtersorte nicht zwangsläufig alle Bedürfnisse eines Fisches dauerhaft abdeckt.
Die grösste Stärke des Frostfutters liegt deshalb in der Kombination.
Wer verschiedene Futtersorten kennt und sinnvoll abwechselt, kann den Speiseplan abwechslungsreich, artgerecht und interessant gestalten.
Die Auswahl sollte nicht allein danach erfolgen, was im Handel besonders beliebt ist.
Entscheidend sind mehrere Faktoren:
Ein oberflächenorientierter Fisch benötigt ein anderes Futterverhalten als ein Bodenbewohner.
Planktonfresser bevorzugen kleine, schwebende Organismen. Grössere Räuber reagieren besser auf deutlich erkennbare Futterstücke.
Auch die Fütterungsziele unterscheiden sich.
Manchmal soll ein leichtes, strukturreiches Futter angeboten werden. In anderen Situationen steht die Konditionierung von Zuchttieren, die Aufzucht von Jungfischen oder die Versorgung anspruchsvoller Meerwasserfische im Vordergrund.
Die beste Futtersorte nützt wenig, wenn sie nicht ins Maul passt.
Zu grosse Stücke werden ausgespuckt, nur angeknabbert oder bleiben unbeachtet liegen.
Zu feines Futter kann sich dagegen im gesamten Aquarium verteilen, bevor grössere Fische es gezielt aufnehmen.
Als grobe Orientierung lassen sich Frostfuttersorten in verschiedene Grössenbereiche einteilen:
| Grössenbereich | Typische Futtersorten | Geeignet für |
|---|---|---|
| sehr fein | Bosmiden, Cyclops, feines Plankton | kleine Zierfische, Jungfische, Korallen und Filtrierer |
| fein bis mittel | Daphnien, kleine Artemia, feine Mysis | Salmler, Guppys, kleinere Barsche und viele Gesellschaftsfische |
| mittel | Artemia, Mysis, Mückenlarven | Diskusfische, Skalare, mittelgrosse Buntbarsche und Meerwasserfische |
| grob | Krill, Herzmuscheln, Muschelfleisch, grobe Garnelen | grössere Barsche, Rochen, grosse Meerwasserfische und Raubfische |
Diese Einteilung ist nur eine Orientierung.
Je nach Verarbeitung kann dieselbe Futtersorte fein, grob, ganz oder gehackt angeboten werden.
Artemia gehören zu den bekanntesten Futterorganismen der Aquaristik.
Sie werden auch als Salinenkrebse oder Salzkrebschen bezeichnet und leben natürlicherweise in salzhaltigen Gewässern.
Ihre besondere Stellung verdanken sie mehreren Eigenschaften:
Artemia sind weder besonders klein noch besonders gross.
Dadurch eignen sie sich für viele mittelgrosse Zierfische und werden sowohl von Salmlern als auch von Skalaren, Diskusfischen, Lebendgebärenden und kleineren Meerwasserfischen gerne gefressen.
Die längliche Form und die feinen Gliedmassen sorgen dafür, dass Artemia im Wasser leicht bewegt werden.
Auch tiefgekühlt wirken sie dadurch auf viele Fische attraktiv.
Beim Auftauen lösen sich die Tiere voneinander und verteilen sich in der Strömung.
Schwarmfische können einzelne Artemia im freien Wasser aufnehmen, während langsam sinkende Tiere auch mittlere und bodennahe Bereiche erreichen.
Artemia werden in unterschiedlichen Entwicklungsstadien angeboten.
Frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien sind sehr klein und spielen besonders in der Jungfischaufzucht eine wichtige Rolle.
Ausgewachsene Artemia sind deutlich grösser und eignen sich für adulte Zierfische.
Beim Frostfutter handelt es sich meist um grössere Artemia oder entsprechende Mischungen.
Für sehr kleine Fischlarven können selbst feine gefrorene Artemia noch zu gross oder zu unbeweglich sein.
Der Nährwert von Artemia ist nicht vollkommen konstant.
Er hängt unter anderem von Herkunft, Alter, Entwicklungsstadium und eigener Ernährung der Krebse ab.
Artemia liefern Proteine, Fette, Mineralstoffe und natürliche Pigmente.
Ihre Fettsäurezusammensetzung kann jedoch variieren. In der professionellen Fischaufzucht werden lebende Artemia deshalb teilweise gezielt mit hochwertigen Fettsäuren und Vitaminen angereichert.
Für die normale Aquarienfütterung sind gefrorene Artemia vor allem wegen ihrer guten Akzeptanz und vielseitigen Verwendbarkeit wertvoll.
Artemia sind ein vielseitiges Futter, sollten aber nicht dauerhaft die einzige Frostfuttersorte bleiben.
Mysis werden im Handel häufig als Schwebegarnelen bezeichnet.
Sie gehören zu den garnelenähnlichen Krebstieren und sind in unterschiedlichen Süss-, Brack- und Meerwasserlebensräumen verbreitet.
Für Aquarianer sind sie vor allem wegen ihrer guten Akzeptanz und ihres natürlichen Krebstierprofils interessant.
Mysis besitzen einen deutlich kräftigeren Körper als Artemia.
Je nach Sorte und Verarbeitung eignen sie sich deshalb eher für mittelgrosse bis grössere Fische.
Mysis besitzen einen ausgeprägten Eigengeruch und eine erkennbare Krebstierstruktur.
Viele carnivore und omnivore Fische reagieren darauf sehr gut.
Besonders Meerwasserfische, Diskusfische, Skalare und Buntbarsche nehmen Mysis meist bereitwillig an.
Feinere Varianten können auch für kleinere Zierfische geeignet sein.
Der Panzer der Mysis liefert Chitin und andere strukturgebende Bestandteile.
Diese Bestandteile werden nicht vollständig verdaut und können eine eiweissreiche Ernährung sinnvoll ergänzen.
Gleichzeitig ist Mysis fleischiger als Daphnien oder Cyclops.
Dadurch stellt sie einen guten Mittelweg zwischen feinem Planktonfutter und groben Krebstieren dar.
Mysis liefern hochwertige tierische Proteine und je nach Herkunft unterschiedliche Mengen an Fett.
Marine Mysis können ein anderes Fettsäureprofil besitzen als Arten aus Süss- oder Brackwasser.
Auch bei Mysis gilt deshalb, dass natürliche Schwankungen normal sind.
Die genaue Zusammensetzung hängt von Art, Lebensraum, Entwicklungsstadium und Ernährung ab.
Bei kleinen Fischen sollte auf feinere Mysis oder zerkleinerte Varianten geachtet werden.
Krill bezeichnet verschiedene garnelenähnliche Krebstiere, die in grossen Schwärmen im Meer leben.
In der Aquaristik wird besonders häufig antarktischer Krill angeboten.
Krill ist deutlich grösser und kräftiger als Artemia oder Cyclops.
Er eignet sich deshalb vor allem für mittelgrosse und grosse Fische.
Krill besitzt eine charakteristische rosa bis orange Färbung.
Diese wird unter anderem durch natürliche Carotinoide wie Astaxanthin verursacht.
Carotinoide können die natürliche Ausprägung roter, oranger und gelber Farbtöne bei Fischen unterstützen.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass Krill künstlich färbt.
Er liefert natürliche Pigmente, die der Fisch im Rahmen seines Stoffwechsels nutzen kann.
Krill liefert hochwertiges Protein und je nach Produkt auch einen nennenswerten Fettanteil.
Dadurch kann er sehr energiereich sein.
Für grosse, aktive oder carnivore Fische ist das ein Vorteil.
Bei kleineren, weniger aktiven oder zu Verfettung neigenden Arten sollte Krill dagegen nicht übermässig häufig angeboten werden.
Die richtige Portion ist entscheidend.
Krill wird in verschiedenen Formen angeboten:
Ganze Tiere eignen sich für grössere Fische.
Feiner oder gehackter Krill kann auch von mittelgrossen Zierfischen aufgenommen werden.
Sehr kleine Fische sind mit Krill häufig überfordert, sofern er nicht entsprechend zerkleinert wurde.
Bei Arten mit überwiegend pflanzlicher Ernährung sollte Krill nur passend zum natürlichen Nahrungsspektrum und nicht als Hauptfutter eingesetzt werden.
Daphnien gehören zu den bekanntesten Wasserflöhen.
Sie leben überwiegend in Süssgewässern und ernähren sich filtrierend von Algen, Bakterien und feinsten organischen Partikeln.
Im Aquarium werden sie besonders wegen ihrer feinen Grösse und ihres vergleichsweise hohen Anteils an Panzerbestandteilen geschätzt.
Daphnien besitzen im Verhältnis zu ihrem Körper einen relativ grossen Chitinpanzer.
Dadurch enthalten sie mehr unverdauliche Struktur als fleischigere Krebstiere.
Sie werden deshalb häufig als leichtes oder ballaststoffreiches Frostfutter bezeichnet.
Der Begriff Ballaststoff ist bei Fischen nicht exakt gleich zu verstehen wie bei Menschen.
Gemeint sind vor allem schwer verdauliche Panzerbestandteile, welche die Verdauung mechanisch strukturieren können.
Daphnien können je nach Art, Lebensraum und aufgenommener Nahrung unterschiedlich gefärbt sein.
Im Handel finden sich deshalb Bezeichnungen wie rote oder grüne Wasserflöhe.
Diese Farbe ist kein verlässliches Qualitätsmerkmal.
Sie hängt unter anderem von den Algen, Pigmenten und Umweltbedingungen ab, denen die Tiere ausgesetzt waren.
Daphnien eignen sich besonders gut als Ergänzung zu gehaltvolleren Futtersorten wie Mysis oder Krill.
Cyclops gehören zu den Ruderfusskrebsen, den sogenannten Copepoden.
Sie sind deutlich kleiner als ausgewachsene Artemia oder Mysis und eignen sich deshalb besonders für kleinere Fische.
Im Wasser verteilen sich Cyclops sehr fein.
Dadurch werden sie von kleinen Salmlern, jungen Fischen, Zwergbuntbarschen und verschiedenen Meerwasserbewohnern gut aufgenommen.
Cyclops füllen die Lücke zwischen sehr feinem Plankton und mittelgrossen Frostfuttersorten.
Sie sind klein genug für viele Jungfische, aber gross genug, um von etwas grösseren Fischen gezielt wahrgenommen zu werden.
Bei sehr kleinen Fischlarven können auch Cyclops noch zu gross sein.
Für diese Entwicklungsphase werden häufig noch feinere Organismen benötigt.
Viele Cyclops enthalten natürliche Carotinoide.
Ihre Färbung kann deshalb rötlich, orange oder bräunlich erscheinen.
Auch hier sind natürliche Farbunterschiede normal und kein zuverlässiges Qualitätskriterium.
Bosmiden sind kleine Vertreter der Wasserflöhe und gehören zu den feinsten im Handel angebotenen Frostfutterorganismen.
Sie eignen sich für kleine Fischarten und Jungfische, die grössere Daphnien oder Artemia noch nicht gut aufnehmen können.
Bosmiden verteilen sich sehr fein im Wasser.
Dadurch erreichen sie auch zurückhaltende oder langsam fressende Tiere.
Die feine Struktur verlangt eine vorsichtige Dosierung.
Wird zu viel eingebracht, verteilen sich die Partikel im gesamten Aquarium und können teilweise im Filter verschwinden.
| Futtersorte | Grösse | Besondere Eigenschaft | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| Artemia | fein bis mittel | vielseitig und gut akzeptiert | Gesellschaftsfische, Diskus, Meerwasserfische |
| Mysis | mittel | fleischiges Krebstierfutter | Diskus, Barsche, Meerwasserfische |
| Krill | mittel bis grob | gehaltvoll und pigmentreich | grössere Fische und Raubfische |
| Daphnien | fein bis mittel | strukturreiche Panzerbestandteile | Salmler, Lebendgebärende, kleinere Barsche |
| Cyclops | fein | kleines Copepodenfutter | kleine Fische und Jungfische |
| Bosmiden | sehr fein | besonders kleine Wasserflöhe | kleinste Zierfische und Jungfische |
Artemia, Mysis, Krill, Daphnien, Cyclops und Bosmiden decken bereits einen grossen Bereich der Frostfutterernährung ab.
Von sehr feinem Plankton bis zum gehaltvollen Krebstierfutter stehen passende Grössen und Strukturen für zahlreiche Aquarienbewohner zur Verfügung.
Keine dieser Futtersorten ist grundsätzlich die beste.
Ihre Stärke liegt im gezielten Einsatz:
Im zweiten Teil dieses Kapitels folgen rote, weisse und schwarze Mückenlarven, Tubifex, Muschelfleisch, Herzmuscheln, Fischfleisch, Copepoden, Garnelen sowie wichtige Futtermischungen.
Rote Mückenlarven gehören zu den bekanntesten Frostfuttersorten in der Aquaristik.
Sie sind die Larven bestimmter Zuckmücken und leben natürlicherweise im Bodenschlamm stehender oder langsam fliessender Gewässer.
Ihre rote Färbung entsteht durch den Blutfarbstoff Hämoglobin, der ihnen hilft, auch in sauerstoffarmen Lebensräumen zu überleben.
Viele Fische nehmen rote Mückenlarven besonders gerne an.
Ihre längliche Form, ihr ausgeprägter Eigengeruch und ihre weiche Struktur sorgen für einen starken Futterreiz.
Rote Mückenlarven liefern tierisches Protein und eignen sich gut als abwechslungsreiche Ergänzung für zahlreiche carnivore und omnivore Fischarten.
Sie gelten als vergleichsweise gehaltvoll und sollten deshalb nicht bei jeder Fischart täglich verfüttert werden.
Besonders bei wenig aktiven Fischen oder Tieren, die zu Verfettung neigen, ist eine zurückhaltende Dosierung sinnvoll.
Rote Mückenlarven eignen sich unter anderem für:
Rote Mückenlarven sind kein universelles Hauptfutter.
Für stark pflanzenfressende Arten oder Fische mit empfindlicher Verdauung können sie bei häufiger Fütterung ungeeignet sein.
Auch bei sehr kleinen Fischen muss darauf geachtet werden, dass die Larven gut aufgenommen werden können.
Wie bei allen Frostfuttersorten gilt: Qualität, richtige Portionierung und Abwechslung sind entscheidend.
Weisse Mückenlarven stammen von Büschelmücken und leben im freien Wasser.
Im Gegensatz zu roten Mückenlarven halten sie sich nicht überwiegend im Schlamm auf.
Sie sind meist heller, durchscheinend und etwas schlanker.
Viele Aquarianer schätzen sie als leichtes und gut verträgliches Frostfutter.
Weisse Mückenlarven besitzen eine längliche, gut erkennbare Form und bewegen sich beim Absinken in der Strömung.
Dadurch werden sie von zahlreichen Fischen schnell wahrgenommen.
Sie eignen sich besonders für Arten, die ihre Nahrung im freien Wasser aufnehmen.
Weisse Mückenlarven eignen sich gut zur Abwechslung mit Artemia, Daphnien oder Mysis.
Sie sind jedoch ebenfalls kein vollständiges Alleinfutter.
Schwarze Mückenlarven sind die Larven verschiedener Stechmückenarten.
Sie leben häufig in kleinen stehenden Gewässern und halten sich oft nahe der Wasseroberfläche auf.
In lebender Form besitzen sie einen besonders starken Bewegungsreiz.
Als Frostfutter bleiben Form und Struktur weitgehend erhalten, auch wenn die aktive Bewegung entfällt.
Schwarze Mückenlarven werden von vielen oberflächen- und freiwasserorientierten Fischen gut angenommen.
Sie eignen sich insbesondere als abwechslungsreiche Ergänzung für Arten, die in der Natur Insektenlarven fressen.
Auch schwarze Mückenlarven sollten nicht einseitig verfüttert werden.
Sie ergänzen andere Futterorganismen, ersetzen diese aber nicht.
Tubifex sind kleine Schlammröhrenwürmer, die natürlicherweise in weichen Sedimenten leben.
Sie sind seit Jahrzehnten als Fischfutter bekannt und besitzen eine hohe Akzeptanz.
Vor allem Bodenfische, Barsche und grössere Salmler nehmen Tubifex gerne an.
Tubifex gelten als gehaltvoll.
Sie liefern tierisches Protein und einen je nach Herkunft und Verarbeitung variierenden Fettanteil.
Gerade deshalb eignen sie sich gut zur Konditionierung, sollten aber nicht dauerhaft in grossen Mengen verfüttert werden.
Eine einseitige Tubifex-Fütterung kann zu einer zu energiereichen Ernährung führen.
Bei kleinen Fischen ist darauf zu achten, dass Tubifex ausreichend fein portioniert werden.
Tubifex leben natürlicherweise in sedimentreichen Gewässern.
Deshalb sind Herkunft, Reinigung und hygienische Verarbeitung besonders wichtig.
Bei hochwertigem Frostfutter werden die Würmer sorgfältig gereinigt und tiefgekühlt.
Ein natürlicher Geruch ist normal. Deutlich faulige oder unangenehme Gerüche sind dagegen ein Warnzeichen.
Muschelfleisch gehört zu den gehaltvollen Frostfuttersorten.
Es liefert tierisches Protein, Mineralstoffe und je nach Muschelart unterschiedliche Fett- und Spurenelementgehalte.
Im Handel wird es meist gehackt oder zerkleinert angeboten.
Muschelfleisch besitzt eine feste, fleischige Struktur.
Es eignet sich deshalb besonders für mittelgrosse bis grosse Fische.
Kleine Fischarten können mit groben Stücken überfordert sein.
Fein gehackte Varianten sind dagegen vielseitiger einsetzbar.
Muschelfleisch kann bei Arten mit kräftigen Kiefern zudem den natürlichen Futterreiz unterstützen.
Auch hier gilt: Die Portionsgrösse muss zur Maulgrösse passen.
Herzmuscheln werden häufig gehackt oder fein zerkleinert als Frostfutter angeboten.
Sie besitzen ein festes Fleisch und werden besonders von grösseren Meerwasser- und Süsswasserfischen gut angenommen.
Herzmuscheln liefern Protein sowie natürliche Mineralstoffe aus dem marinen Organismus.
Der genaue Nährwert hängt von Art, Herkunft und Verarbeitung ab.
Sie eignen sich gut als Abwechslung zu Krebstieren wie Krill oder Mysis.
Bei groben Produkten sollte auf gleichmässige Stücke und eine gute Verarbeitung geachtet werden.
Garnelen und Shrimps gehören zu den natürlichen Beutetieren vieler Fische.
Als Frostfutter werden sie ganz, fein gehackt oder als Bestandteil von Mischungen angeboten.
Sie besitzen einen starken Eigengeruch und werden daher von vielen carnivoren Arten schnell angenommen.
Ganze Garnelen eignen sich vor allem für grosse Fische.
Fein gehackte Varianten können auch mittelgrossen Arten angeboten werden.
Fischfleisch wird in verschiedenen Frostfuttermischungen oder als Einzelkomponente angeboten.
Es liefert hochwertiges tierisches Protein und kann je nach Fischart auch einen hohen Fettanteil besitzen.
Nicht jedes Fischfleisch ist für jede Aquarienart gleich gut geeignet.
Mageres Fischfleisch unterscheidet sich deutlich von fettreichen Arten.
Ein hoher Fettanteil kann für grosse, aktive Räuber sinnvoll sein, bei kleineren oder weniger aktiven Fischen aber zu energiereich werden.
Auch die Fettsäurezusammensetzung hängt von der verwendeten Fischart ab.
Fischfleisch sollte nicht dauerhaft als alleinige Futterquelle dienen.
Eine abwechslungsreiche Kombination mit Krebstieren, Muscheln und anderen geeigneten Futtersorten ist sinnvoller.
Copepoden sind kleine Ruderfusskrebse und ein wesentlicher Bestandteil des natürlichen Zooplanktons.
Cyclops gehören ebenfalls zu dieser Gruppe, doch im Handel werden unter der Bezeichnung Copepoden häufig weitere marine oder sehr feine Arten angeboten.
Sie spielen besonders in der Meerwasseraquaristik eine wichtige Rolle.
Copepoden eignen sich je nach Grösse für:
Die sehr kleinen Partikel verteilen sich fein im Wasser.
Dadurch erreichen sie auch Tiere, die grössere Futterorganismen nicht aufnehmen können.
Feines Plankton kann schnell im Filter verschwinden oder das Wasser belasten, wenn zu viel angeboten wird.
Bei Korallen und Filtrierern kann es sinnvoll sein, die Strömung während der Fütterung vorübergehend anzupassen.
Fischrogen, Hummereier oder ähnliche kleine Eier werden in der Meerwasseraquaristik als feines Frostfutter eingesetzt.
Sie besitzen eine geringe Partikelgrösse und werden von vielen kleinen Fischen, Korallen und Wirbellosen gut aufgenommen.
Eier enthalten naturgemäss konzentrierte Nährstoffe, da sie der Entwicklung eines Embryos dienen.
Sie können deshalb energiereich sein und sollten gezielt dosiert werden.
Futtermischungen kombinieren verschiedene Futterorganismen und weitere Bestandteile.
Sie können sehr sinnvoll sein, wenn die Rezeptur auf eine bestimmte Fischgruppe abgestimmt ist.
Typische Mischungen richten sich an:
Je nach Produkt können Futtermischungen enthalten:
Die Zahl der Zutaten allein sagt nichts über die Qualität aus.
Entscheidend ist, ob die Zusammensetzung zur Zielgruppe passt.
Futtermischungen sind deshalb am sinnvollsten, wenn die Zutaten klar deklariert und für die gehaltenen Tiere geeignet sind.
Nicht alle Fische sind reine Fleischfresser.
Viele Arten nehmen in der Natur Algen, Aufwuchs, Pflanzenreste oder pflanzliches Material auf.
Für solche Tiere gibt es Frostfuttermischungen mit:
Solche Mischungen können eine sinnvolle Ergänzung für omnivore oder teilweise herbivore Fische darstellen.
Bei stark pflanzenfressenden Arten sollte dennoch darauf geachtet werden, dass tierische Bestandteile nicht überwiegen.
Diskusfuttermischungen enthalten häufig mehrere tierische Komponenten und teilweise pflanzliche Ergänzungen.
Typische Zutaten sind:
Entscheidend sind eine feine, gleichmässige Struktur und eine gute Verdaulichkeit.
Diskusfutter sollte nicht nur energiereich, sondern auch ausgewogen sein.
Meerwasser-Frostfutter kann marine Krebstiere, Muscheln, Fisch, Algen und Plankton kombinieren.
Je nach Besatz unterscheiden sich die Anforderungen stark.
Doktorfische benötigen andere Bestandteile als Drückerfische, Grundeln oder Korallen.
Ein universelles Meerwasserfutter kann eine Grundlage darstellen, ersetzt aber nicht immer die gezielte Fütterung einzelner Spezialisten.
Eine sinnvolle Kombination orientiert sich an Grösse, Nährwert und Ernährungsweise.
| Kombination | Vorteil |
|---|---|
| Artemia und Daphnien | vielseitiges Krebstierfutter plus strukturreiche Ergänzung |
| Mysis und Cyclops | mittlere und feine Partikel für unterschiedliche Fischgrössen |
| Krill und pflanzliche Mischung | gehaltvolles Futter kombiniert mit pflanzlichen Bestandteilen |
| Muschelfleisch und Artemia | kräftige und leichte Futterkomponente im Wechsel |
| Mückenlarven und Daphnien | eiweissreiche Ergänzung plus strukturreiches Naturfutter |
| Copepoden und Mysis | feine und mittlere Nahrung für Meerwasseraquarien |
| Futtersorte | Grösse | Besondere Eigenschaft | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| Rote Mückenlarven | mittel | starker Futterreiz, gehaltvoll | Diskus, Skalare, Barsche und Bodenfische |
| Weisse Mückenlarven | mittel | leicht und gut im Freiwasser aufzunehmen | Salmler, Barben und Labyrinthfische |
| Schwarze Mückenlarven | mittel | natürliche Insektenlarve mit hohem Reiz | Oberflächen- und Freiwasserfische |
| Tubifex | fein bis mittel | gehaltvolle Würmer | Bodenfische, Diskus und Barsche |
| Muschelfleisch | mittel bis grob | festes, eiweissreiches Fleisch | grössere Süss- und Meerwasserfische |
| Herzmuscheln | mittel bis grob | strukturreiches Meeresfutter | Rochen, Barsche und Meerwasserfische |
| Garnelen | mittel bis grob | aromatisches Krebstierfutter | Raubfische und grössere Meerwasserfische |
| Copepoden | sehr fein | marines Plankton | kleine Meerwasserfische, Korallen und Filtrierer |
| Fischrogen | sehr fein | kleine, energiereiche Partikel | Korallen, kleine Fische und Wirbellose |
Die grosse Auswahl an Frostfuttersorten ermöglicht eine sehr gezielte und abwechslungsreiche Ernährung.
Von feinsten Bosmiden über Artemia und Mysis bis zu Krill, Muscheln und Garnelen findet sich für nahezu jede Fischgrösse und Ernährungsweise ein passendes Futter.
Keine einzelne Futtersorte deckt jedoch automatisch alle Bedürfnisse ab.
Die beste Strategie besteht meist darin, verschiedene Produkte sinnvoll zu kombinieren.
Dabei sollten berücksichtigt werden:
Feine Futtersorten eignen sich für kleine Fische und Jungtiere.
Mittelgrosse Krebstiere bilden eine vielseitige Grundlage für zahlreiche Gesellschaftsfische.
Grobe und energiereiche Produkte gehören vor allem in den Futterplan grösserer oder räuberischer Arten.
Wer bewusst abwechselt, nutzt die grösste Stärke des Frostfutters: natürliche Vielfalt.
Im nächsten Kapitel geht es darum, welches Frostfutter für welche Fischarten besonders geeignet ist. Dabei werden Süsswasserfische, Meerwasserfische, Bodenbewohner, Barsche, Diskusfische, Jungfische, Garnelen, Korallen und weitere Aquarienbewohner einzeln betrachtet.