Hochwertiges Frostfutter kann nur dann seine Vorteile entfalten, wenn es korrekt gelagert, sauber portioniert und sorgfältig aufgetaut wird.
Die beste Rohware und die schonendste Herstellung nützen wenig, wenn das Produkt nach der Lieferung wiederholt antaut, offen im Gefrierschrank liegt oder stundenlang bei Raumtemperatur stehen bleibt.
Mit der richtigen Handhabung lässt sich die Qualität dagegen über lange Zeit gut bewahren.
Dabei sind keine komplizierten Verfahren notwendig.
Entscheidend sind einige einfache Grundregeln:
Diese Regeln schützen nicht nur das Futter.
Sie tragen auch dazu bei, unnötige Wasserbelastungen und hygienische Probleme im Aquarium zu vermeiden.
Unter Kühlkette versteht man die durchgehende Lagerung und Beförderung eines tiefgekühlten Produktes bei ausreichend niedrigen Temperaturen.
Sie beginnt beim Hersteller, setzt sich über Lager, Händler und Transport fort und endet erst im Gefrierschrank des Kunden.
Während dieser gesamten Strecke soll das Frostfutter vollständig gefroren bleiben.
Steigt die Temperatur, können sich verschiedene Veränderungen ergeben:
Eine kurze und geringe Temperaturschwankung bedeutet nicht automatisch, dass das Futter unbrauchbar ist.
Entscheidend sind immer Dauer und Ausmass der Erwärmung.
Ein vollständig harter Frostfutterblock ist anders zu beurteilen als eine weiche, biegsame oder teilweise flüssige Packung.
Bei einer professionellen Tiefkühllieferung sollte das Frostfutter noch fest gefroren sein.
Je nach Verpackung und Aussentemperatur kann sich die äussere Versandverpackung weniger kalt anfühlen als erwartet. Entscheidend ist jedoch der Zustand des Produktes selbst.
Bei der Annahme sollten folgende Punkte kontrolliert werden:
Ein leichtes Oberflächenantauen kann bei längerem Transport im Grenzfall vorkommen, sollte aber nicht mit einer deutlich weichen oder teilweise aufgetauten Ware verwechselt werden.
Sind die Packungen noch fest und vollständig durchgefroren, sollten sie ohne Verzögerung in den Gefrierschrank gelegt werden.
Bei weichen, biegsamen oder flüssigen Produkten ist es sinnvoll, den Zustand sofort mit Fotos zu dokumentieren und den Händler zu kontaktieren.
Frostfutter sollte nicht zunächst in der Küche stehen bleiben, während die übrige Bestellung ausgepackt wird.
Die tiefgekühlten Produkte gehören als Erstes in den Gefrierschrank.
Besonders bei warmen Raumtemperaturen oder im Sommer kann eine dünne Flachplatte überraschend schnell an der Oberfläche antauen.
Eine sinnvolle Reihenfolge ist deshalb:
Diese einfache Gewohnheit verhindert unnötige Temperaturschwankungen.
Frostfutter sollte in einem zuverlässig arbeitenden Gefrierschrank oder Gefrierfach gelagert werden.
Als übliche Orientierung für tiefgekühlte Produkte gilt eine Lagertemperatur von etwa minus 18 Grad Celsius oder tiefer.
Entscheidend ist jedoch auch hier die Herstellerangabe auf der Verpackung.
Ein einfaches Eisfach ohne ausreichende Tiefkühlleistung eignet sich nicht immer für eine längere Lagerung.
Sternekennzeichnungen bei Gefrierfächern geben einen Hinweis auf die mögliche Temperatur und Lagerdauer.
Für regelmässig bevorratetes Frostfutter ist ein echtes Tiefkühlfach oder ein separater Gefrierschrank die zuverlässigere Lösung.
Nicht jeder Bereich eines Gefrierschranks hält die Temperatur gleich konstant.
Besonders die Tür ist häufig stärkeren Schwankungen ausgesetzt, weil sie bei jedem Öffnen warme Raumluft abbekommt.
Frostfutter sollte deshalb möglichst im Inneren des Gerätes gelagert werden.
Geeignet sind:
Ungünstig sind:
Eine gute Organisation schützt nicht nur vor Unordnung.
Sie verhindert auch, dass Packungen übersehen, beschädigt oder unnötig oft bewegt werden.
Bewährt haben sich einfache Kategorien:
Ältere Packungen sollten vorne, neuere Packungen dahinter liegen.
Dieses Prinzip wird häufig mit „First in, first out“ beschrieben:
Was zuerst eingelagert wurde, wird zuerst verbraucht.
Eine einfache Beschriftung des Faches oder eine kleine Bestandsliste kann bei grösseren Vorräten hilfreich sein.
Die Originalverpackung schützt das Frostfutter vor:
Geöffnete Beutel sollten nach jeder Entnahme wieder möglichst dicht verschlossen werden.
Besitzt die Verpackung keinen wiederverschliessbaren Verschluss, kann sie zusätzlich in einen geeigneten Gefrierbeutel oder eine saubere, gefriergeeignete Dose gelegt werden.
Die Zusatzverpackung ersetzt jedoch nicht die ursprüngliche Kennzeichnung.
Produktname, Haltbarkeitsangabe und Chargeninformationen sollten erhalten bleiben.
Ein kleiner Riss bedeutet nicht automatisch, dass das Frostfutter entsorgt werden muss.
Die beschädigte Packung sollte jedoch zusätzlich geschützt und möglichst bald verbraucht werden.
Geeignet ist beispielsweise:
Ist die Verpackung grossflächig geöffnet, stark verunreinigt oder die Ware bereits ausgetrocknet, muss sorgfältiger geprüft werden.
Bei deutlichem Fremdgeruch, grossflächigem Gefrierbrand oder unklarer Lagerhistorie sollte das Produkt nicht mehr verwendet werden.
Gefrierbrand entsteht, wenn Feuchtigkeit aus der Oberfläche eines gefrorenen Produktes entweicht.
Die betroffenen Stellen wirken:
Gefrierbrand wird begünstigt durch:
Leichter Gefrierbrand ist vor allem ein Qualitätsproblem.
Die Struktur und der Geruch können leiden.
Grossflächiger Gefrierbrand weist dagegen auf eine deutlich beeinträchtigte Lagerqualität hin.
Die Haltbarkeit hängt von mehreren Faktoren ab:
Massgebend ist zunächst die Herstellerangabe auf der Verpackung.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum gilt unter der Voraussetzung, dass das Produkt korrekt und ununterbrochen tiefgekühlt gelagert wurde.
Mit zunehmender Lagerdauer kann die Qualität auch bei korrekter Tiefkühlung langsam abnehmen.
Besonders empfindlich sind Produkte mit höherem Fettgehalt, weil Fette oxidieren können.
Eine jahrelange Vorratshaltung ist deshalb nicht sinnvoll, selbst wenn das Produkt durchgehend gefroren blieb.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht, dass ein Produkt am folgenden Tag automatisch verdorben ist.
Es beschreibt den Zeitraum, in dem der Hersteller bei korrekter Lagerung bestimmte Produkteigenschaften gewährleistet.
Bei überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum sollten besonders sorgfältig geprüft werden:
Ist die Kühlkette unbekannt oder bestehen deutliche Auffälligkeiten, sollte das Futter nicht mehr verwendet werden.
Flachplatten sind besonders wirtschaftlich und platzsparend.
Sie erlauben eine flexible Portionierung, müssen dafür aber im gefrorenen Zustand geteilt werden.
Mögliche Hilfsmittel sind:
Die Packung sollte nur kurz aus dem Gefrierschrank genommen werden.
Die benötigte Menge wird abgebrochen oder abgeschnitten, danach kommt der Rest sofort zurück.
Ein vollständiges Antauen der Platte nur zum leichteren Portionieren ist nicht empfehlenswert.
Sehr harte Frostfutterplatten können beim Schneiden abrutschen oder unkontrolliert brechen.
Deshalb sollte:
Ein leichtes Biegen der gefrorenen Platte reicht bei dünnen Produkten häufig aus.
Dickere Blöcke benötigen mehr Vorsicht.
Blisterpackungen erleichtern die Dosierung, weil das Futter bereits in Kammern unterteilt ist.
Die Kammer sollte erst unmittelbar vor der Fütterung geöffnet werden.
Der gefrorene Würfel wird herausgedrückt und separat aufgetaut.
Die übrigen Kammern bleiben verschlossen und werden sofort wieder eingelagert.
Ist eine Portion für das Aquarium zu gross, kann der Würfel im gefrorenen Zustand geteilt werden.
Auch hier sollte nicht der gesamte Blister angetaut werden.
Lose gefrorene Artemia, Mysis, Krill oder andere Organismen lassen sich besonders flexibel dosieren.
Die gewünschte Menge kann mit einem trockenen Löffel entnommen werden.
Wichtig ist, dass kein Wasser und keine feuchten Finger in die Packung gelangen.
Feuchtigkeit führt dazu, dass die einzelnen Organismen stärker zusammenfrieren.
Die Packung sollte nach der Entnahme wieder luftdicht verschlossen werden.
Frostfutter sollte in einem sauberen, lebensmittelechten Gefäss aufgetaut werden.
Geeignet sind:
Das Gefäss sollte ausschliesslich oder bevorzugt für Aquarienfutter verwendet werden.
Nach jeder Verwendung muss es gründlich gereinigt und getrocknet werden.
Sehr warmes oder heisses Wasser beschleunigt das Auftauen, ist aber nicht empfehlenswert.
Hohe Temperaturen können:
Besser ist kühles oder leicht temperiertes Wasser.
Alternativ kann das Futter für kurze Zeit im Kühlschrank auftauen.
Für die normale Aquarienfütterung genügt meist eine kurze Auftauzeit.
Viele Aquarianer tauen Frostfutter in einer kleinen Menge Aquarienwasser auf.
Das ist grundsätzlich möglich, sofern das Wasser sauber entnommen und nicht zurück in ein Vorratsgefäss gegeben wird.
Vorteile sind:
Das verwendete Aquarienwasser sollte jedoch nicht aus stark verschmutzten Bodenzonen entnommen werden.
Auch sauberes, kühles Leitungswasser kann zum Auftauen verwendet werden.
Besonders wenn das Futter anschliessend abgespült wird, ist dies praktisch.
Bei empfindlichen Aquarien oder sehr kleinen Futtermengen kann ein feines Sieb helfen, das Leitungswasser vor der Fütterung vollständig ablaufen zu lassen.
Sehr chlorhaltiges oder stark abweichendes Wasser sollte nicht unnötig mit ins Aquarium gelangen.
Frostfutter muss nicht stundenlang vollständig durchwärmen.
Es reicht, wenn sich die Portion lösen, verteilen und problemlos aufnehmen lässt.
Je nach Grösse dauert dies:
Lange Standzeiten bei Raumtemperatur sollten vermieden werden.
Je länger das Futter warm und feucht liegt, desto stärker können mikrobiologische und enzymatische Abbauprozesse einsetzen.
Kleine Frostfutterorganismen können grundsätzlich auch leicht angefroren ins Aquarium gelangen.
Dennoch ist vollständiges oder weitgehendes Auftauen in vielen Fällen sinnvoller.
Es ermöglicht:
Ein grosser gefrorener Würfel sollte nicht einfach ungeprüft ins Aquarium geworfen werden.
Er kann an einer Stelle liegen bleiben, während dominante Fische den grössten Teil aufnehmen.
Vor der Fütterung lohnt sich ein kurzer Blick.
Dabei sollten beurteilt werden:
Ein natürlicher, artspezifischer Geruch ist normal.
Faulige, stechende, ranzige oder ammoniakartige Gerüche sind dagegen Warnzeichen.
Auch ungewöhnlicher Schleim, starke Verfärbungen oder eine vollkommen zerfallene Struktur sollten kritisch beurteilt werden.
Die richtige Lagerung beginnt bereits bei der Annahme der Lieferung.
Frostfutter muss möglichst durchgehend tiefgekühlt bleiben, sofort eingelagert und vor Luft, Austrocknung und Temperaturschwankungen geschützt werden.
Flachplatten, Blister und lose gefrorene Produkte lassen sich gut portionieren, sofern nur die benötigte Menge entnommen wird.
Zum Auftauen genügen ein sauberes Gefäss, kühles Wasser und wenige Minuten Zeit.
Im zweiten Teil dieses Kapitels geht es um die häufig diskutierte Frage des Auftauwassers, das Abspülen von Frostfutter, erneutes Einfrieren, Hygiene, Stromausfälle, Transport im Alltag und die sichere Beurteilung angetauter Ware.
Kaum eine Frage wird beim Umgang mit Frostfutter so häufig diskutiert wie diese:
Soll das Auftauwasser mit ins Aquarium gegeben werden oder nicht?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht.
Das Auftauwasser besteht je nach Futtersorte aus:
Ein Teil dieser Stoffe besitzt durchaus einen Nährwert.
Gleichzeitig können sehr feine Partikel und gelöste organische Bestandteile das Wasser belasten, wenn sie nicht von den Tieren aufgenommen werden.
Ob das Auftauwasser mitverfüttert werden sollte, hängt deshalb von mehreren Faktoren ab:
In vielen normalen Gesellschaftsaquarien ist es sinnvoll, überschüssiges Auftauwasser abzugiessen oder das Futter kurz abzuspülen.
Dies gilt besonders:
Durch das Abgiessen werden gelöste Stoffe und sehr feine Partikel reduziert, die sonst möglicherweise ungenutzt im Filter oder Bodengrund landen.
Das kann die Wasserbelastung verringern.
Es gibt auch Situationen, in denen das Auftauwasser bewusst mitverfüttert wird.
Dazu gehören:
In solchen Fällen kann das Abspülen einen Teil der gewünschten Futterbestandteile entfernen.
Die Menge sollte dennoch klein bleiben.
Sehr feine Nahrung wird schnell im gesamten Aquarium verteilt und kann die Nährstoffbelastung erhöhen.
Nicht jedes Auftauwasser ist gleich.
Bei ganzen Mysis, Artemia oder Mückenlarven kann das Abspülen sinnvoll sein, weil die festen Organismen gut im Sieb zurückbleiben.
Bei Bosmiden, Cyclops, Copepoden oder Fischrogen ist dies schwieriger.
Sehr feine Organismen können durch das Sieb gespült werden.
Bei pürierten Futtermischungen bildet die Flüssigkeit teilweise einen Bestandteil des Produktes.
Ein vollständiges Abgiessen würde dann den Futterwert und die Zusammensetzung verändern.
Die Entscheidung muss deshalb immer zur Produktart passen.
Zum Abspülen eignet sich ein feines, sauberes Sieb.
Die Maschenweite muss so gewählt werden, dass die Futterorganismen nicht hindurchfallen.
Das Vorgehen ist einfach:
Zu langes Spülen ist nicht notwendig.
Es soll lediglich überschüssige Flüssigkeit und feiner Abrieb entfernt werden.
Sehr empfindliche oder kleine Futterorganismen sollten besonders vorsichtig behandelt werden.
Für das Spülen kann sauberes, kühles Leitungswasser verwendet werden.
Bei empfindlichen Meerwasseraquarien oder sehr feinem Futter kann auch aufbereitetes Wasser sinnvoll sein.
Aquarienwasser kann ebenfalls genutzt werden, sofern es sauber entnommen wurde.
Wichtig ist, dass das verwendete Wasser nicht über längere Zeit am Futter verbleibt.
Das Spülen soll kurz und hygienisch erfolgen.
Aufgetautes Frostfutter sollte grundsätzlich nicht erneut eingefroren werden.
Dafür gibt es mehrere Gründe.
Das erneute Einfrieren macht ein Produkt nicht wieder frisch.
Es stoppt lediglich die während des Auftauens erneut angelaufenen Prozesse.
Deshalb sollte immer nur die tatsächlich benötigte Menge entnommen werden.
Zwischen vollständig gefroren und vollständig aufgetaut gibt es viele Zwischenstufen.
Ein dünner Oberflächenfilm auf einer ansonsten harten Platte ist nicht gleichbedeutend mit einer vollständig aufgetauten Packung.
Für die Beurteilung sind wichtig:
Eine vollständig harte Platte mit nur leicht feuchter Oberfläche ist anders zu bewerten als eine weiche, verformbare oder teilweise flüssige Packung.
Im Zweifel sollte der Händler kontaktiert werden.
Kommt Frostfutter nicht vollständig gefroren an, sollte der Zustand sofort dokumentiert werden.
Sinnvoll sind:
Die Ware sollte nicht vorschnell entsorgt werden, bevor der Anbieter reagiert hat.
Gleichzeitig sollte deutlich aufgetautes Frostfutter nicht einfach wieder eingefroren und später verfüttert werden.
Der Händler kann anhand der Situation entscheiden, ob Ersatz, Gutschrift oder eine andere Lösung sinnvoll ist.
Bei einem Stromausfall sollte der Gefrierschrank möglichst geschlossen bleiben.
Jedes Öffnen lässt warme Luft hinein und beschleunigt das Auftauen.
Wie lange Frostfutter gefroren bleibt, hängt ab von:
Ein gut gefüllter Gefrierschrank hält die Temperatur meist länger als ein fast leerer.
Gefrorene Produkte speichern Kälte und stabilisieren sich gegenseitig.
Nach Ende des Stromausfalls sollte kontrolliert werden:
Ist das Frostfutter noch vollständig gefroren, kann es in der Regel weiter gelagert werden.
Bei deutlichem Auftauen sollte es nicht einfach erneut eingefroren werden.
Eine nicht vollständig geschlossene Gefrierschranktür kann zu schleichendem Antauen führen.
Typische Hinweise sind:
Auch hier ist die Dauer entscheidend.
Waren die Packungen weiterhin hart und enthielten noch deutliche Eiskristalle, ist die Situation weniger kritisch.
Weiche oder teilweise flüssige Ware sollte nicht ohne weitere Prüfung wieder eingefroren werden.
Auch beim privaten Einkauf muss die Kühlkette berücksichtigt werden.
Frostfutter sollte möglichst zuletzt gekauft und ohne Umwege nach Hause gebracht werden.
Hilfreich sind:
Im Sommer kann ein Auto innerhalb kurzer Zeit sehr warm werden.
Frostfutter sollte deshalb niemals während weiterer Einkäufe längere Zeit im Fahrzeug liegen bleiben.
Wer Frostfutter über längere Strecken transportiert, benötigt eine ausreichend isolierte Kühlbox.
Die Produkte sollten dicht gepackt und von gefrorenen Kühlakkus umgeben sein.
Leerräume können mit isolierendem Material ausgefüllt werden.
Während des Transportes sollte die Box möglichst geschlossen bleiben.
Am Zielort muss das Futter sofort wieder tiefgekühlt eingelagert werden.
Für sehr lange Transporte ist eine professionelle Tiefkühllösung zuverlässiger als eine gewöhnliche Kühltasche.
Frostfutter ist ein Naturprodukt.
Deshalb sollte bei der Handhabung konsequent sauber gearbeitet werden.
Dazu gehören:
Feuchte oder verschmutzte Werkzeuge sollten nicht in eine geöffnete Frostfutterpackung gelangen.
Dadurch könnten Wasser, Schmutz und Mikroorganismen eingebracht werden.
Es ist sinnvoll, ein eigenes kleines Set für Frostfutter bereitzuhalten.
Dazu können gehören:
Die Werkzeuge sollten nach jeder Verwendung mit warmem Wasser und geeignetem Reinigungsmittel gesäubert, gründlich gespült und vollständig getrocknet werden.
Sie sollten nicht ungereinigt bis zur nächsten Fütterung stehen bleiben.
Frostfutter sollte nicht mit Küchenutensilien verarbeitet werden, die unmittelbar danach ohne Reinigung für Lebensmittel verwendet werden.
Auch Auftauwasser sollte nicht auf Arbeitsflächen stehen bleiben.
Besonders bei Haushalten mit kleinen Kindern oder empfindlichen Personen ist eine klare Trennung sinnvoll.
Eine kleine, feste Futterstation erleichtert die hygienische Handhabung.
Nach dem Umgang mit Frostfutter sollten die Hände gründlich gewaschen werden.
Das gilt insbesondere nach Kontakt mit Auftauwasser oder rohen Futterbestandteilen.
Handschuhe sind im normalen Alltag meist nicht erforderlich, können aber bei empfindlicher Haut oder häufigem Kontakt sinnvoll sein.
Für die normale Aquarienfütterung sollte Frostfutter möglichst frisch aufgetaut und direkt verwendet werden.
Eine längere Lagerung im Kühlschrank ist nicht empfehlenswert.
Auch bei niedrigen Kühlschranktemperaturen laufen Abbauprozesse weiter.
Geruch, Struktur und mikrobiologische Qualität können sich verändern.
Am sichersten ist:
Nur so viel auftauen, wie unmittelbar verfüttert wird.
Aufgetautes Futter, das nicht verfüttert wurde, sollte entsorgt werden.
Es gehört nicht zurück in die Originalverpackung.
Auch das erneute Einfrieren ist zu vermeiden.
Kleine Mengen können über den Hausmüll entsorgt werden.
Sie sollten nicht in den Ausguss gegeben werden, da Fett und organische Bestandteile Gerüche und Ablagerungen verursachen können.
Bleibt Frostfutter nach der Mahlzeit sichtbar im Aquarium liegen, war die Portion zu gross oder die Futterart ungeeignet.
Nicht gefressene Reste sollten möglichst zeitnah entfernt werden.
Geeignet sind:
Besonders Muschelfleisch, Fischstücke oder grössere Garnelenreste können das Wasser deutlich belasten, wenn sie unbemerkt in Höhlen oder unter Dekoration liegen bleiben.
Viele Aquarianer geben kleine Frostfutterstücke direkt gefroren ins Aquarium.
Bei kleinen Portionen und robusten Fischen ist dies nicht grundsätzlich problematisch.
Dennoch besitzt das vorherige Auftauen mehrere Vorteile:
Grosse Würfel oder dicke Plattenstücke sollten nicht direkt ins Aquarium gegeben werden.
Sie können ungleichmässig gefressen werden und lokal grosse Futtermengen freisetzen.
Eine Futterpipette eignet sich besonders für:
Mit einer Futterzange lassen sich grössere Muschel-, Garnelen- oder Fischstücke gezielt anbieten.
Dies ist hilfreich bei:
Gezielte Fütterung reduziert Verluste und verhindert, dass dominante Tiere alle Portionen aufnehmen.
Dies führt zu wiederholten Temperaturschwankungen und verschlechtert die Qualität.
Dort treten häufig stärkere Temperaturschwankungen auf.
Dies begünstigt Gefrierbrand und Fremdgerüche.
Es beschleunigt zwar den Vorgang, ist aber unnötig und kann die Produktstruktur beeinträchtigen.
Warme, feuchte Bedingungen fördern mikrobiologische und enzymatische Abbauprozesse.
Bei grobem Frostfutter und empfindlichen Aquarien kann dies die Wasserbelastung erhöhen.
Dabei können wertvolle Futterpartikel vollständig verloren gehen.
Dies ist aus Qualitäts- und Hygienegründen zu vermeiden.
Zu grobe Siebe lassen feine Futterorganismen durchlaufen.
Dadurch entstehen unnötige Reste und Wasserbelastungen.
Die richtige Lagerung und das sichere Auftauen von Frostfutter sind unkompliziert, wenn einige Grundregeln konsequent beachtet werden.
Das Futter sollte möglichst durchgehend tiefgekühlt bleiben, vor Luft und Austrocknung geschützt und nur portionsweise entnommen werden.
Beim Auftauen reichen ein sauberes Gefäss, kühles Wasser und wenige Minuten Zeit.
Ob Auftauwasser mitverfüttert oder abgegossen wird, hängt von der Futtersorte und dem Aquarium ab.
Grobe Futterorganismen können häufig abgespült werden.
Bei sehr feinem Plankton, Fischrogen oder Korallenfutter würde dabei möglicherweise ein grosser Teil der eigentlichen Nahrung verloren gehen.
Aufgetautes Frostfutter sollte zeitnah verwendet und nicht erneut eingefroren werden.
Saubere Werkzeuge, kleine Portionen und die Entfernung nicht gefressener Reste schützen zusätzlich vor unnötiger Wasserbelastung.
Wer diese einfachen Regeln beachtet, bewahrt nicht nur die Qualität des Frostfutters.
Er sorgt zugleich dafür, dass die wertvollen Futterorganismen möglichst kontrolliert und hygienisch bei den Aquarienbewohnern ankommen.
Im nächsten Kapitel geht es um die praktische Fütterung: Wie viel Frostfutter benötigen Fische? Wie oft sollte gefüttert werden? Woran erkennt man die richtige Portion? Und wie lässt sich ein abwechslungsreicher Futterplan für unterschiedliche Aquarienbewohner gestalten?