Hochwertiges Frostfutter ist nur dann wirklich wertvoll, wenn es in der richtigen Menge, zur passenden Zeit und auf eine Weise angeboten wird, die den gehaltenen Tieren entspricht.
Die Auswahl der Futtersorte ist wichtig.
Ebenso entscheidend ist jedoch die praktische Fütterung.
Zu wenig Futter kann Wachstum, Kondition und Fortpflanzung beeinträchtigen.
Zu viel Futter belastet Verdauung, Wasserqualität und Filtersystem.
Die richtige Menge liegt deshalb nicht in einer festen Zahl, die für jedes Aquarium gilt.
Sie ergibt sich aus mehreren Faktoren:
Eine kleine Portion Krill ist nicht mit derselben Menge Daphnien vergleichbar.
Jungfische benötigen häufiger Nahrung als ausgewachsene Tiere.
Ein aktiver Schwarmfisch besitzt einen anderen Energiebedarf als ein ruhiger Bodenbewohner.
Die wichtigste Fähigkeit bei der Frostfütterung ist deshalb nicht das Abwiegen.
Es ist die aufmerksame Beobachtung.
Eine häufig verwendete Grundregel lautet:
Nur so viel füttern, wie die Tiere innerhalb weniger Minuten vollständig aufnehmen.
Diese Regel ist sinnvoll, aber nicht in jeder Situation ausreichend.
Schnelle Schwarmfische können eine Portion innerhalb von Sekunden verschlingen, obwohl die Menge bereits zu gross war.
Langsame Bodenfische benötigen dagegen mehr Zeit, ohne dass das Futter automatisch zu viel ist.
Die Fressdauer muss deshalb im Zusammenhang mit Fischart und Fressverhalten betrachtet werden.
Für Freiwasserfische kann eine Portion passend sein, wenn sie innerhalb von etwa zwei bis drei Minuten weitgehend aufgenommen wird.
Bei Bodenbewohnern, scheuen Arten oder gezielt gefütterten Korallen kann die Aufnahme deutlich länger dauern.
Entscheidend ist, dass kein grösserer Futterrest unkontrolliert im Aquarium verbleibt.
Wer eine neue Frostfuttersorte erstmals anbietet, sollte bewusst klein beginnen.
Dadurch lässt sich beobachten:
Eine zweite kleine Portion kann jederzeit nachgegeben werden.
Zu viel eingebrachtes Futter lässt sich dagegen nur mühsam wieder entfernen.
Diese Vorgehensweise ist besonders bei sehr feinem Futter sinnvoll.
Cyclops, Bosmiden, Fischrogen oder Plankton verteilen sich rasch im gesamten Becken.
Was einmal in der Strömung oder im Filter verschwunden ist, kann kaum noch kontrolliert werden.
Eine gleich grosse Portion verschiedener Frostfuttersorten kann einen sehr unterschiedlichen Nährwert besitzen.
Daphnien enthalten relativ viel Wasser und strukturreiche Panzerbestandteile.
Krill, Muschelfleisch, Tubifex oder Fischfleisch können deutlich gehaltvoller sein.
Auch Futtermischungen unterscheiden sich erheblich.
Manche sind fein und wasserreich, andere kompakt und energiereich.
Die Portion sollte deshalb nicht allein nach Volumen beurteilt werden.
Ein grosser Würfel eines leichten Planktonfutters kann weniger Energie liefern als ein deutlich kleineres Stück einer fettreichen Mischung.
Mit der Zeit entwickelt der Aquarianer ein gutes Gefühl für die verschiedenen Produkte.
Bis dahin ist eine vorsichtige Dosierung die sicherste Methode.
Die Fütterung lässt sich nicht nur während der Mahlzeit beurteilen.
Auch die langfristige Körperentwicklung liefert wichtige Hinweise.
Gesunde Fische sollten eine der Art entsprechende Körperform besitzen.
Warnzeichen für eine zu geringe Versorgung können sein:
Mögliche Hinweise auf eine dauerhaft zu reichliche Fütterung sind:
Nicht jede rundliche Körperform ist automatisch ein Problem.
Weibchen können laichreif sein, und manche Arten besitzen von Natur aus einen kräftigen Körper.
Entscheidend ist die Veränderung im Vergleich zum normalen Zustand.
Viele Fische schwimmen sofort zur Scheibe, sobald sich ein Mensch dem Aquarium nähert.
Sie folgen der Hand, sammeln sich an der Oberfläche und wirken, als hätten sie seit Tagen nichts gefressen.
Dieses Verhalten ist kein zuverlässiger Beweis für Hunger.
Fische lernen sehr schnell, dass bestimmte Bewegungen oder Tageszeiten mit Futter verbunden sind.
Sie reagieren deshalb auf den erwarteten Reiz.
Hinzu kommt, dass viele Arten opportunistisch fressen.
In der Natur ist Nahrung nicht immer verfügbar.
Taucht eine Gelegenheit auf, wird sie genutzt.
Dieses Verhalten bleibt auch im Aquarium erhalten.
Der Eindruck ständigen Hungers darf deshalb nicht dazu führen, bei jeder Reaktion nachzufüttern.
Der Futterplan sollte sich am tatsächlichen Bedarf orientieren, nicht am Bettelverhalten.
Die geeignete Häufigkeit hängt stark von Art, Alter und Haltungsziel ab.
Für viele ausgewachsene Gesellschaftsfische kann Frostfutter mehrmals pro Woche angeboten werden.
Bei carnivoren, anspruchsvollen oder schlecht an Trockenfutter gewöhnten Arten kann es den grössten Teil der Ernährung ausmachen.
Jungfische benötigen häufig mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag.
Grosse Räuber werden je nach Art und Grösse deutlich seltener gefüttert.
Eine allgemeine Orientierung:
| Tiergruppe | Mögliche Fütterungshäufigkeit |
|---|---|
| ausgewachsene Gesellschaftsfische | ein- bis zweimal täglich, Frostfutter mehrmals pro Woche oder nach Futterplan |
| Jungfische | mehrere kleine Mahlzeiten täglich |
| Diskusfische im Wachstum | mehrere kleine Mahlzeiten täglich |
| ausgewachsene Diskusfische | ein- bis zweimal täglich, abhängig von Kondition und Haltung |
| grosse Raubfische | je nach Art täglich bis nur mehrmals wöchentlich |
| Garnelen | kleine Ergänzungsportionen, nicht zwingend täglich |
| Korallen und Filtrierer | artabhängig, kleine gezielte Portionen |
Diese Angaben sind keine festen Vorschriften.
Die Fütterung muss an den tatsächlichen Besatz angepasst werden.
Mehrere kleine Mahlzeiten entsprechen bei vielen Fischarten eher der natürlichen Nahrungsaufnahme als eine einzige grosse Portion.
Kleine Mahlzeiten bieten mehrere Vorteile:
Für Berufstätige ist eine mehrmalige Fütterung jedoch nicht immer praktikabel.
Bei gesunden ausgewachsenen Fischen kann eine gut bemessene tägliche Mahlzeit ausreichend sein.
Wichtiger als die Anzahl der Fütterungen ist die Gesamtmenge.
Drei zu grosse Mahlzeiten sind schlechter als eine passend dosierte.
Jungfische besitzen einen hohen Energie- und Baustoffbedarf.
Sie wachsen, entwickeln Organe und bauen Muskulatur auf.
Gleichzeitig können ihre Mägen nur kleine Mengen aufnehmen.
Deshalb sind mehrere kleine Mahlzeiten sinnvoller als wenige grosse.
Geeignete Frostfuttersorten sind je nach Entwicklungsstadium:
Sehr junge Fischlarven benötigen häufig zunächst Lebendfutter oder noch feinere Nahrung.
Sobald Frostfutter angenommen wird, sollte es in sehr kleinen Portionen und gut verteilt angeboten werden.
Häufige Fütterung erhöht das Risiko einer organischen Belastung.
Jungfischbecken benötigen deshalb:
Ein hoher Futterbedarf rechtfertigt keine verschlechterte Wasserqualität.
Gesundes Wachstum benötigt beides:
ausreichend Nahrung und sauberes Wasser.
Mit zunehmendem Alter sinkt bei vielen Fischarten der relative Energiebedarf.
Das Wachstum verlangsamt sich.
Ausgewachsene Tiere benötigen deshalb häufig weniger Futter als junge Fische derselben Art.
Wird die hohe Fütterungsfrequenz aus der Aufzucht beibehalten, kann es zu Verfettung kommen.
Besonders gefährdet sind:
Die Futtermenge sollte deshalb mit dem Alter angepasst werden.
Fische sind wechselwarme Tiere.
Ihre Körpertemperatur und ihr Stoffwechsel werden stark von der Wassertemperatur beeinflusst.
Bei höheren Temperaturen laufen viele Stoffwechselprozesse schneller ab.
Die Tiere können aktiver sein und einen erhöhten Sauerstoffbedarf besitzen.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass beliebig mehr gefüttert werden sollte.
Warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff.
Gleichzeitig verbraucht der Abbau von Futterresten zusätzlichen Sauerstoff.
Bei hohen Temperaturen muss deshalb besonders sorgfältig dosiert werden.
Mehrere kleine Portionen sind häufig besser als eine grosse.
Bei vielen Kaltwasserfischen verlangsamt sich der Stoffwechsel mit sinkender Temperatur.
Der Energiebedarf nimmt ab, und die Verdauung arbeitet langsamer.
Dies betrifft besonders:
Die Futtermenge muss entsprechend reduziert werden.
Sehr energiereiche oder schwer verdauliche Futtersorten sollten bei niedriger Temperatur zurückhaltend eingesetzt werden.
Bei tropischen Aquarien bleiben die Temperaturen meist stabiler.
Trotzdem können technische Störungen oder saisonale Schwankungen den Stoffwechsel beeinflussen.
Die beste Fütterungszeit richtet sich nach dem Aktivitätsrhythmus der Tiere.
Tagaktive Fische sollten gefüttert werden, wenn sie wach und aktiv sind.
Nachtaktive Welse oder Schmerlen kommen häufig erst nach dem Ausschalten der Beleuchtung aus ihren Verstecken.
Korallen können je nach Art tagsüber oder nachts stärker geöffnet sein.
Eine pauschale Fütterung aller Tiere zur selben Uhrzeit führt deshalb nicht immer zum besten Ergebnis.
Viele Fische benötigen nach dem Einschalten der Beleuchtung einige Zeit, um aktiv zu werden.
Eine Fütterung unmittelbar nach dem Lichtwechsel kann dazu führen, dass scheue Tiere noch nicht fressen.
Besser ist es, etwas zu warten, bis sich der Besatz normal bewegt.
Tagaktive Fische sollten genügend Zeit erhalten, die Nahrung vollständig aufzunehmen.
Eine grosse Mahlzeit unmittelbar vor der Dunkelphase ist häufig ungünstig.
Bodenbewohner und nachtaktive Arten können dagegen bewusst später gefüttert werden.
Eine Portion sollte nicht immer als kompakter Block an einer einzigen Stelle landen.
In vielen Aquarien ist eine breite Verteilung sinnvoller.
Dadurch erhalten:
Aufgetautes Frostfutter kann mit etwas Wasser vermischt und portionsweise ins Aquarium gegeben werden.
Eine Pipette ermöglicht eine besonders gezielte Verteilung.
In grossen oder stark besetzten Aquarien reicht eine einzige Futterstelle oft nicht aus.
Dominante Tiere kontrollieren den Bereich und verdrängen schwächere Fische.
Mehrere Futterstellen verringern diesen Konkurrenzdruck.
Besonders sinnvoll ist dies bei:
Das Futter kann an gegenüberliegenden Seiten oder in verschiedenen Höhen eingebracht werden.
Panzerwelse, Schmerlen, Harnischwelse und Rochen dürfen nicht nur auf zufällige Futterreste angewiesen sein.
Für eine gezielte Fütterung eignen sich:
Grössere Muschel-, Garnelen- oder Fischstücke können mit einer Zange direkt angeboten werden.
Feineres Futter lässt sich mit einer Pipette in die Nähe des Bodens bringen.
Nicht jeder Fisch schwimmt bei der Fütterung sofort nach vorne.
Scheue Tiere warten häufig, bis die aktivsten Fische verschwunden sind.
In einem lebhaften Aquarium kann dies dazu führen, dass sie dauerhaft zu wenig Nahrung erhalten.
Hilfreich sind:
Die Beobachtung einzelner Tiere ist wichtiger als der Eindruck, dass die Gruppe insgesamt gut frisst.
Einzelne Tiere können einen grossen Teil der Portion aufnehmen.
Dies betrifft häufig:
Eine Möglichkeit besteht darin, den dominanten Fisch zunächst an einer Stelle zu beschäftigen und gleichzeitig die übrigen Tiere an einer zweiten Stelle zu füttern.
Auch unterschiedliche Partikelgrössen können helfen.
Während grosse Fische gröbere Stücke aufnehmen, stehen kleineren Tieren feine Partikel zur Verfügung.
Strömung kann Frostfutter attraktiv bewegen und im Aquarium verteilen.
Zu starke Strömung transportiert feine Partikel jedoch direkt in den Filter oder Überlauf.
Besonders bei:
kann ein erheblicher Teil verloren gehen.
Es kann sinnvoll sein, die Strömung während der gezielten Fütterung kurz zu reduzieren.
Filter und Pumpen sollten jedoch nicht unnötig lange ausgeschaltet bleiben.
Eine gut bemessene Portion zeigt sich daran, dass:
Bleibt regelmässig Futter liegen, muss die Menge reduziert oder die Fütterungstechnik angepasst werden.
Sind einzelne Tiere dauerhaft mager, muss geprüft werden, ob sie überhaupt zum Futter gelangen.
Die richtige Frostfütterung beginnt mit kleinen Portionen und genauer Beobachtung.
Futtermenge und Häufigkeit müssen zu Fischart, Alter, Aktivität und Wassertemperatur passen.
Jungfische benötigen mehrere kleine Mahlzeiten.
Ausgewachsene Tiere sollten nicht dauerhaft wie wachsende Jungtiere gefüttert werden.
Eine gute Verteilung sorgt dafür, dass nicht nur dominante Freiwasserfische, sondern auch Bodenbewohner und scheue Tiere ausreichend Nahrung erhalten.
Im zweiten Teil dieses Kapitels geht es um Futterpausen, Wochenpläne, Zuchtvorbereitung, Fütterung bei Krankheit, Ferienvertretung, Überfütterung und die praktische Kontrolle der Wasserbelastung.
Futterpausen werden in der Aquaristik unterschiedlich beurteilt.
Für gesunde, ausgewachsene Fische kann ein futterfreier Tag pro Woche durchaus sinnvoll sein.
Er reduziert die Gesamtenergiezufuhr, entlastet den Verdauungstrakt und hilft dabei, Überfütterung zu vermeiden.
Eine Futterpause ist jedoch kein starres Muss.
Ob sie sinnvoll ist, hängt ab von:
Jungfische, frisch eingesetzte Tiere, abgemagerte Fische oder Arten mit sehr hohem Stoffwechsel sollten nicht ohne Grund regelmässig fasten.
Bei grossen, gesunden und gut konditionierten Fischen kann ein futterfreier Tag dagegen problemlos möglich sein.
Futterpausen eignen sich vor allem für:
Weniger geeignet sind Futterpausen für:
Ein häufiger Fehler besteht darin, vor einem geplanten Futtertag deutlich mehr zu geben.
Damit geht der Nutzen verloren.
Eine Futterpause soll nicht durch eine übergrosse Mahlzeit vorbereitet werden.
Die Tiere erhalten am Vortag eine normale Portion.
Am folgenden Tag wird regulär weitergefüttert.
Fische verfügen über Energiereserven und kommen in der Natur ebenfalls nicht jeden Tag an dieselbe Futtermenge.
Ein guter Futterplan berücksichtigt nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Vielfalt.
Die einzelnen Futtersorten sollten sich ergänzen.
Leichtere, strukturreiche Sorten können mit gehaltvolleren Produkten abgewechselt werden.
Der folgende Plan ist ein Beispiel für ein Gesellschaftsaquarium mit omnivoren Zierfischen:
| Tag | Fütterung | Ziel |
|---|---|---|
| Montag | Artemia | vielseitiges Naturfutter mit guter Akzeptanz |
| Dienstag | hochwertiges Granulat oder Flockenfutter | planbare Grundversorgung |
| Mittwoch | Daphnien oder Cyclops | leichtere, strukturreiche Ergänzung |
| Donnerstag | Mysis | gehaltvolles Krebstierfutter |
| Freitag | pflanzlich ergänztes Futter | pflanzliche Bestandteile und Abwechslung |
| Samstag | Frostfuttermischung | mehrere Zutaten in einer Portion |
| Sonntag | kleine Mahlzeit oder Futterpause | Anpassung an Besatz und Körperkondition |
Der Plan muss an die gehaltenen Tiere angepasst werden.
Ein carnivores Buntbarschaquarium benötigt eine andere Zusammensetzung als ein Becken mit Lebendgebärenden oder herbivoren Arten.
Diskusfische profitieren von einer hochwertigen, abwechslungsreichen Fütterung.
Ein möglicher Plan für ausgewachsene Tiere könnte so aussehen:
| Tag | Fütterung |
|---|---|
| Montag | Mysis |
| Dienstag | Artemia |
| Mittwoch | hochwertige Diskusmischung |
| Donnerstag | weisse Mückenlarven |
| Freitag | fein gehackte Herzmuscheln oder Muschelfleisch |
| Samstag | Artemia oder Mysis |
| Sonntag | kleine Mahlzeit oder Futterpause bei guter Kondition |
Junge Diskusfische benötigen häufiger kleinere Mahlzeiten.
Bei ihnen ist eine Futterpause meist nicht sinnvoll.
Für Salmler, Bärblinge und kleinere Lebendgebärende sollte das Futter fein genug sein.
| Tag | Fütterung |
|---|---|
| Montag | Cyclops |
| Dienstag | feines Granulat |
| Mittwoch | Bosmiden oder Daphnien |
| Donnerstag | feine Artemia |
| Freitag | pflanzlich ergänztes Flockenfutter |
| Samstag | feine Frostfuttermischung |
| Sonntag | kleine Mahlzeit oder Futterpause |
Grosse Raubfische benötigen nicht zwangsläufig täglich Futter.
Die Fütterung richtet sich stark nach Art, Grösse und Aktivität.
| Tag | Fütterung |
|---|---|
| Montag | Krill oder Garnelen |
| Dienstag | Futterpause |
| Mittwoch | Muschelfleisch |
| Donnerstag | Futterpause |
| Freitag | Fischfleisch oder grobe Mysis |
| Samstag | kleine Ergänzungsportion |
| Sonntag | Futterpause |
Dieser Plan ist nur eine Orientierung.
Ein kleinerer, wachsender Räuber benötigt häufiger Nahrung als ein grosser ausgewachsener Fisch mit langsamem Stoffwechsel.
Vor einer geplanten Zuchtphase wird die Fütterung häufig gezielt aufgewertet.
Das Ziel besteht darin, die Tiere in eine gute körperliche Kondition zu bringen.
Geeignete Frostfuttersorten können sein:
Die Fütterung sollte abwechslungsreich und energiereich genug sein, ohne die Tiere zu verfetten.
Zuchtkondition bedeutet:
Bei der Konditionierung wird häufig zu grosszügig gefüttert.
Eine übermässige Energiezufuhr kann zu Verfettung führen und die Fortpflanzungsleistung beeinträchtigen.
Besser sind:
Auch bei Zuchttieren müssen Futter und Wasserqualität im Gleichgewicht bleiben.
Während der Fortpflanzungsphase kann sich das Fressverhalten verändern.
Manche Arten fressen weniger, weil sie Reviere verteidigen, Eier bewachen oder Jungfische führen.
Andere benötigen weiterhin regelmässig Nahrung.
In dieser Phase ist es sinnvoll:
Kranke Fische benötigen besondere Aufmerksamkeit.
Ein verminderter Appetit ist häufig eines der ersten Anzeichen einer Erkrankung.
Dabei ist wichtig:
Futter ersetzt keine Diagnose und keine geeignete Behandlung.
Hochwertiges Frostfutter kann jedoch helfen, die Nahrungsaufnahme zu fördern.
Geeignet sind oft:
Ein geschwächter Fisch profitiert nicht automatisch von besonders fettreichem Futter.
Bei Verdauungsproblemen, inneren Erkrankungen oder eingeschränkter Organfunktion kann zu schweres Futter ungünstig sein.
Wichtiger sind:
Bleibt Futter liegen, muss es rasch entfernt werden.
Ein einzelner ausgelassener Futtertag ist bei einem gesunden erwachsenen Fisch meist kein Grund zur Sorge.
Anhaltende Futterverweigerung sollte jedoch beobachtet werden.
Mögliche Ursachen sind:
Ein Wechsel auf besonders attraktives Frostfutter kann helfen, ersetzt aber nicht die Ursachenklärung.
In bestimmten tierärztlich begleiteten Situationen können Medikamente über Futter verabreicht werden.
Dies sollte nicht eigenständig und nicht nach allgemeinen Internetrezepten erfolgen.
Dosierung, Wirkstoff, Behandlungsdauer und Eignung müssen fachlich geklärt sein.
Frostfutter kann sich als Träger eignen, wenn der Fisch zuverlässig frisst.
Dabei ist entscheidend, dass:
In einem Quarantänebecken ist die Fütterung besonders gut kontrollierbar.
Die Tiere können einzeln beobachtet werden.
Frostfutter eignet sich gut, weil es:
Die Portionen sollten klein bleiben.
Quarantänebecken besitzen häufig weniger biologische Filterleistung als eingefahrene Hauptaquarien.
Futterreste belasten dort das Wasser besonders schnell.
Während einer Abwesenheit ist Überfütterung meist das grössere Risiko als Unterfütterung.
Unerfahrene Betreuungspersonen geben oft zu grosse Portionen, weil die Fische hungrig wirken.
Deshalb sollten Portionen im Voraus vorbereitet werden.
Mögliche Lösungen sind:
Gesunde ausgewachsene Fische müssen während einer kurzen Abwesenheit nicht zwingend täglich gefüttert werden.
Eine reduzierte Fütterung ist häufig sicherer als eine tägliche grosse Portion durch eine unerfahrene Person.
Jungfische, kranke Tiere oder sehr anspruchsvolle Arten benötigen jedoch eine zuverlässigere Betreuung.
Gewöhnliche Futterautomaten sind für Frostfutter ungeeignet.
Das Futter würde auftauen, verderben und das Aquarium stark belasten.
Für automatisierte Systeme sind Trockenfutter, Granulate oder Pellets deutlich besser geeignet.
Frostfutter sollte nur von einer eingewiesenen Person verfüttert werden.
Überfütterung zeigt sich nicht nur durch sichtbare Futterreste.
Typische Hinweise sind:
Ein einzelner erhöhter Nitratwert beweist keine Überfütterung.
Treten mehrere dieser Anzeichen gemeinsam auf, sollte der Futterplan überprüft werden.
Wurde versehentlich zu viel Frostfutter ins Aquarium gegeben, sollte rasch gehandelt werden.
Je schneller die Reste entfernt werden, desto geringer ist die spätere Belastung.
Die Wasserwerte zeigen indirekt, ob Fütterung, Besatz und Filterleistung zueinander passen.
Besonders relevant sind:
In einem stabilen Aquarium sollten Ammonium und Nitrit nicht messbar oder nur in unproblematischen Bereichen vorhanden sein.
Steigende Nitrat- oder Phosphatwerte können auf eine zunehmende Nährstoffbelastung hinweisen.
Die Ursache muss nicht allein in der Fütterung liegen.
Auch Besatzdichte, Wasserwechsel, Pflanzenwachstum und Filterpflege spielen eine Rolle.
Mulm ist nicht grundsätzlich schädlich.
Er gehört zu einem biologisch aktiven Aquarium.
Nimmt die Menge jedoch deutlich zu, kann dies auf zu viele organische Einträge hinweisen.
Besonders unter Futterstellen, in Höhlen und in strömungsarmen Bereichen sollte regelmässig kontrolliert werden.
Grobe Frostfutterreste lassen sich dort leicht übersehen.
Ein stark gefüttertes Aquarium benötigt eine entsprechende Filterleistung.
Jungfischbecken, Diskusaufzucht, grosse Räuber und stark besetzte Meerwasseraquarien produzieren mehr organische Belastung.
Die Filterung muss:
Mehr Filterleistung ist jedoch kein Freibrief für Überfütterung.
Die sauberste Belastung ist immer diejenige, die gar nicht erst entsteht.
Wenn Wasserwerte, Gewichtsentwicklung oder Futterakzeptanz unklar sind, kann ein einfaches Fütterungsprotokoll helfen.
Darin werden notiert:
Bereits nach wenigen Wochen können Muster sichtbar werden.
Vielleicht bleibt eine bestimmte Sorte regelmässig liegen.
Vielleicht werden an einzelnen Tagen deutlich zu grosse Portionen gegeben.
Oder bestimmte Tiere kommen bei einer Fütterungsstelle nicht ausreichend zum Zug.
Ein einmal festgelegter Futterplan bleibt nicht für immer gültig.
Er muss angepasst werden, wenn:
Eine grössere Fischgruppe benötigt mehr Futter als ein reduzierter Besatz.
Ein gehaltvolleres Produkt verlangt möglicherweise eine kleinere Portion.
Ein ganzer Würfel ist nicht automatisch die richtige Portion.
Krill, Daphnien und Fischfleisch besitzen unterschiedliche Energiedichten.
Fische lernen, auf den Halter zu reagieren.
Dominante Tiere können schwächere Fische verdrängen.
Sie benötigen eine gezielte eigene Portion.
Ein grosser Teil landet sonst im Filter.
Sie belasten Wasser und Bodengrund.
Sie benötigen mehrere kleine Mahlzeiten.
Dies kann zu Verfettung führen.
Besatz, Alter und Aktivität verändern sich.
Die perfekte Futtermenge lässt sich nicht für jedes Aquarium in Gramm oder Würfeln festlegen.
Zu unterschiedlich sind Fischarten, Besatz, Alter, Aktivität und Nährstoffgehalt der einzelnen Produkte.
Die wichtigste Grundlage bleibt deshalb die Beobachtung.
Eine passende Portion wird vollständig aufgenommen, erreicht auch langsame und bodenorientierte Tiere und hinterlässt kaum Reste.
Jungfische benötigen häufige kleine Mahlzeiten.
Ausgewachsene Tiere kommen meist mit weniger Futter aus.
Gesunde adulte Fische können je nach Art von gelegentlichen Futterpausen profitieren.
Ein abwechslungsreicher Wochenplan verhindert einseitige Ernährung und nutzt die unterschiedlichen Eigenschaften von Artemia, Mysis, Daphnien, Krill, Mückenlarven, Muscheln und Futtermischungen.
Gleichzeitig müssen Wasserqualität, Körperform und Aktivität laufend kontrolliert werden.
Gute Fütterung bedeutet nicht, möglichst viel anzubieten.
Sie bedeutet, jedem Tier zur richtigen Zeit die passende Menge des geeigneten Futters zugänglich zu machen.
Im nächsten Kapitel geht es um die häufigsten Fehler bei Frostfutter: Überfütterung, einseitige Futterpläne, falsche Partikelgrössen, Unterbrechungen der Kühlkette, ungeeignetes Auftauen und typische Missverständnisse, die selbst erfahrenen Aquarianern passieren können.